Gesellschaft für Politische Bildung e.V.

Gesellschaft für Politische Bildung e.V.

Die Gründungsidee

Im Frühjahr 1965 trafen sich politisch engagierte und interessierte Bürger_Innen, darunter auch die SPD-Kommunalpolitikerin Gerda Laufer aus Würzburg, um einen Verein zu gründen mit dem Zweck der "Vermittlung von Kenntnissen und Bildung im Sinne des demokratisch-sozialen Rechtsstaates durch Veranstaltung von Kursen, Seminaren, öffentlichen Vorträgen und Diskussionen sowie durch die Herausgabe geeigneter Literatur". Die Idee, eine Gesellschaft für Politische Bildung, die in der Tradition der Arbeiterbewegung wurzeln sollte, als Verein zu gründen, entstand aus der allgemeinen politischen Situation der damaligen Bundesrepublik heraus. Zwei Hauptaufgaben hatte die Gesellschaft sich gestellt, zum einen den Aufbau einer Heimvolkshochschule - die spätere Akademie Frankenwarte - zur Durchführung von Seminaren, und zum anderen den Aufbau eines Informations- und Studienzentrums zur deutschen Politik, genannt die Deutschlandbibliothek, das seine Aufgabe mit der Wiedervereinigung erfüllt hat.

Die Akademie Frankenwarte ist dem ursprünglichen Auftrag ihres Trägers der Gesellschaft für Politische Bildung e.V. weiterhin verpflichtet.

Die Akademie heute und in Zukunft

Ausschnitt aus der Rede von Walter Kolbow zum 40jährigen Bestehen der Gesellschaft für Politische Bildung e.V: Zu Beginn lag der Schwerpunkt darin, durch politische Bildung die noch junge Demokratie zu stabilisieren und zu ihrer Weiterentwicklung unter sich verändernden Bedingungen beizutragen.

Nach wie vor gibt es zur Demokratie keine Alternative, sie hat sich verfestigt, die Anstrengungen gehen inzwischen dahin, ihre plebiszitären Elemente zu stärken. Theodor Heuss hat einmal gesagt: „Demokratie ist keine Glücksversicherung, sondern das Ergebnis politischer Bildung und demokratischer Gesinnung.“ Wo er Recht hat, hat er Recht. Das Verständnis für Demokratie muss in jeder Generation neu erworben werden. Wenn sie selbstverständlich wird, ist sie unter Umständen schon gefährdet. Unverzichtbarer Bestandteil von Demokratie ist Kritik und die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden. Dies muss sie auch gegen sich selbst gelten lassen. Nur so kann Demokratie sich weiterentwickeln und unter sich verändernden Bedingungen lebendig und aktuell bleiben.

Gerade jungen Menschen müssen politische Zusammenhänge deutlich gemacht werden. Dann werden sie auch motiviert, sich selber zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Sie bekommen Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, sich einzumischen. Sie erhalten das notwendige Wissen, um ihrer Stimme Gewicht zu geben.

Wichtig ist, neben dem Blick in die Zukunft, auch der Blick in die Vergangenheit. In der Politik wird viel zu oft auf die Aktualitäten gestarrt. Besinnung und Reflektion gehen in der Hektik des Tagesgeschehens verloren. Dabei können wir aus dem Blick auf die Geschichte, aus Ideen und ihren Wirkungen, aus Erfolgen und Irrtümern lernen. Die Kenntnis dessen befähigt zur Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Die Auseinandersetzung mit der Gegenwart ist Grundlage ihrer Gestaltung.

Dies ist die nationale Dimension, welche die Aufgabe und Verpflichtung der Frankenwarte beschreibt. Wir haben schon immer auch über den Tellerrand hinausgeschaut. Information verhindert Vorurteile. Nur das, was man nicht kennt, kann Gegenstand von Vorurteilen sein. Vorurteile führen zu Ausgrenzungen, die in einer Demokratie nicht zulässig sind. Bereits die Arbeiterbewegung hat an nationalen Grenzen nicht halt gemacht. Ideen kennen keine Schlagbäume. Das ist eine gute Tradition, an die wir anknüpfen. Die menschengerechte Gestaltung von Demokratie und Wirtschaft lässt sich nicht im nationalen Rahmen bewältigen. Nationale Varianten sind zulässig, ihr europaweit und auch darüber hinaus verbindendes Element ist die Vergleichbarkeit von Werten und Prinzipien. Über unsere gewachsene Zusammenarbeit mit Yad Vashem haben wir gegen das Vergessen des Zivilisationsbruches der NS-Diktatur wirksames geleistet und die Demokratie gestärkt.

[...] Die Frankenwarte ist ein Ort der Begegnung zwischen Menschen aus verschiedenen Bevölkerungskreisen und Lebenswelten [...] und sie hat einen festen Platz in der Erwachsenenbildung in Würzburg und Mainfranken, aber auch bundesweite Bedeutung.