„Älterwerden heißt Neuwerden“

Älterwerden heißt Neuwerden

Jedes Jahr kommen haupt- und bürgerschaftlich in der Seniorenarbeit Engagierte aus den genannten Gemeinden in die Akademie Frankenwarte. Unter der Themenstellung: „Altersbilder – Alltagsbilder: Altersbilder im Wandel der Zeit und ihr aktueller Einfluss auf unsere Wahrnehmung und unser Handeln“ diskutierten 38 Teilnehmende, welche Veränderungen sich in den letzten 10 Jahren – ausgehend vom damaligen Seminartitel: „Altenarbeit ohne Alte!?“ – ergaben.

Viele „Aha-Effekte“ ermöglichte der gemeinsame Rückblick mit Stephanie Böhm auf die ausgewählten Seminarthemenstellungen, auf die Zusammensetzung der Seminargruppen sowie auf die Vielfalt der methodischen Arbeitsweisen. „Die Zusammenarbeit und der dadurch ermöglichte Perspektivwechsel von Haupt- und Ehrenamt und manchmal auch Mandat ist das ganz besondere an dieser Seminarreihe. Ich kenne keine Kollegen, die etwas Ähnliches praktizieren“. „Es sind oftmals Tabu-Themen, die wir in den Jahren in den Blick genommen haben: Demenz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen, Geschlechterrollen und Sexualität im Alter, Ambient Assisted Living. Da haben wir wirklich Pionierarbeit geleistet, die direkt in unseren Alltag einfließt“. Aber auch die Metaebene wurde betrachtet: Konfliktbearbeitung, Gruppendynamik, Umgang mit Macht. „Das hat gerade das bürgerschaftliche Engagement professionalisiert“. „Zukunftswerkstätten und open-space-Runden, ein Theaterprojekt oder auch eigene Inputs mit Berichten aus der Praxis und Kleingruppenarbeit: All das wird hier praktiziert und bringt uns jedesmal ein Stückchen weiter.“ So einige Rückmeldungen aus der Gruppe.

Vortrag

In diesem Jahr eröffnete ein Vortrag von Bettina Rudhof über die Themen der Alterswissenschaft viele Facetten an Altersbildern. Eine Exkursion in das Museum für Franken in der Festung Marienberg stand unter der Frage: Was gibt Anlass, Alter darzustellen? Hierzu wurden Portraits, Heiligendarstellungen und Skulpturen aus dem Mittelalter bis in die Neuzeit betrachtet und anschließend durch Museums- und Sammlungsleiterin Dr. Claudia Lichte um interessante Hintergrundinformationen erweitert. Für alle Beteiligten stellte es eine besondere Wertschätzung ihrer Arbeit dar, dass der Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller, und der Leiter der Beratungsstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung der Stadt Würzburg, Volker Stawski, zur Festung kamen und so ihrer Anerkennung Ausdruck verliehen.

Themenstellung

Ein weiterer Höhepunkt war für viele Teilnehmende die Arbeit mit Prof. em. Dr. Annelie Keil an der Themenstellung: „Wer leben will, muss älter werden. Eine anthropologische und biografische Provokation“. Ausgehend von ihrer eigenen Kriegskinder-Biografie konnte die Referentin sehr gut verdeutlichen, welchen Einfluss die Zeitgeschichte auf die individuelle Sozialbiografie hat und welche Herausforderungen in der nachberuflichen Lebensphase zu meistern sind: „Älterwerden heißt Neuwerden“.

Dialog der Generationen

Und wie in den Jahren zuvor wurde auch in diesem Seminar ein Projekt der Teilnehmenden präsentiert: „Dialog der Generationen. Ein intergeneratives Filmprojekt des Bürgervereins Götzenhain e.V.“ Den Abschluss bildeten Arbeitsgruppen zu den von den Teilnehmenden ausgewählten Themen „Braucht es Altersbilder?“, „Alter und Tod“, „Alter und Sprache“ sowie „Vorteile des Alters“. An Themen für 2018 mangelt es sicherlich nicht und der Weg in die nächste Dekade hat schon begonnen.

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