Auf den Spuren der Lebenssquelle Wasser

Im Rahmen des Bildungsurlaubsseminars „Ökonomie und Ökologie“ setzten sich die Seminarteilnehmer_innen bei mehreren interessanten Exkursionen mit dem Thema Wasser auseinander.

Die erste Exkursion führte die Teilnehmenden auf einer kleinen Wanderung in das ökologische Wasserschutzgebiet in Zell am Main. Dort wurden die Extensivierungsmaßnahmen im 130ha großen Gebiet vorgestellt, d.h. dass auf dem Gebiet möglichst wenige landwirtschaftliche Maßnahmen ergriffen werden. Durch die Renaturierungsmaßnahmen erhoffte man sich die Trinkwasserqualität zu verbessern. Die extensive Bewirtschaftung hat den zusätzlichen Vorteil, dass sich viele seltene Pflanzen- und Tierarten im Schutzgebiet angesiedelt haben. Das Wasser, das dort versickert, nährt die Zeller Quellen am Fuß des Hügels, aus denen ca. 50% des Wassers für die Versorgung Würzburgs bezogen wird. Die wichtige Rolle von Wasser für die Geschichte des Orts Zell am Main wurde im kleinen Zeller Wassermuseum noch einmal verdeutlicht. Hier kann man eine alte Wasserstelle besichtigen, die noch heute aus einer der Zeller Quellen gespeist wird.

Um das Thema Wasseraufbereitung drehte sich der Ausflug zur Kläranlage in Winterhausen und zum Wasserwerk Mergentheimer Straße in Würzburg. In der Kläranlage wurden Techniken zur Reinigung von Abwasser vorgestellt. Überraschend war, wie viele Reinigungsschritte benötigt werden, bevor das Wasser zurück in den Kreislauf, in diesem Fall in den Main, geleitet werden darf. So werden unter anderem Mikroorganismen eingesetzt, die die Rückstände im Wasser zersetzen. Danach wurde das Wasserwerk Mergentheimer Straße in Würzburg besichtigt, wo das aus Quellen entnommene Wasser weitere Reinigungsschritte durchläuft, bevor es in das Wassernetz der Stadt Würzburg eingespeist wird. Das Wasserwerk bereitet auch Flusswasser auf, um in den Spitzenmonaten Mai, Juni und Juli den Wasserbedarf der Stadt Würzburg decken zu können. Diese Mainwasseraufbereitung ist ganz besonders wichtig, da es sich um eine niederschlagsarme Region handelt.

Die letzte Exkursion führte in die Würzburger Innenstadt an den Main – und in die Vergangenheit. Die Besichtigung des „Alten Kranens“ in Würzburg als Wirtschafts- und Industriedenkmal mit großer geschichtlicher Bedeutung für die Stadt, zeigte den Seminarteilnehmenden, wie lange der Main schon als essentieller Wirtschaftsfaktor für die Stadt wirkt. Der für die damalige Zeit innovative Hafenkran ist bis heute voll funktionsfähig. Anschließend ging es in das Wasserkraftwerk direkt neben der alten Mainbrücke. Die Gegend um die alte Mainbrücke hat eine Jahrhunderte lange Geschichte, die das Leben in Würzburg über lange Zeit geprägt hat. Den Bogen zurück in die Gegenwart machte die Seminargruppe bei einem kurzen Besuch in der heute voll digitalisierten Schleuse: Die Mitarbeiter bedienen nicht nur die Schleuse vor Ort, sondern zusätzlich zwei weitere Schleusen per Fernsteuerung.

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