Jubiläum: Deutsche und Polen im Dialog

Jubiläum: Deutsche und Polen im Dialog

Seit zehn Jahren gibt es diese Seminarreihe nun schon. Im Juli konnten 40 Teilnehmende aus beiden Ländern in der Akademie Frankenwarte Würzburg auf viele spannende Themen und interessante Seminarexkursionen zurückblicken.

In diesem Jahr stand die Frage im Fokus: Wie steht es um unsere politischen Kulturen? Schon am ersten Abend gab es lebhafte Gruppendiskussionen: Es galt, ein „Haus der Demokratie“ zu gestalten mit gemeinsamen Fundament, Räumen für unterschiedliche politische Kulturen und einem Dach mit Verbesserungsvorschlägen.

Schnell wurden viele Aspekte zusammen getragen, positive wie negative Phänomene geschildert. Aber was bedeuten uns die Begriffe „Meinungsfreiheit“, „Pressefreiheit“ oder „Toleranz“ gerade heute, in Polen, in Deutschland? „Wichtiger denn je ist es, über Demokratie nachzudenken und zu reden“, das wurde schnell klar und ausgiebig in sieben Seminartagen praktiziert. Neben theoretischen Betrachtungen standen aktuelle Entwicklungen in Deutschland und Polen im Fokus, sowie die Suche nach Erklärungen und Zukunftsoptionen.

Ein Höhepunkt für unsere Gruppe war der Besuch des Deutschen Poleninstituts in Darmstadt und die vielen interessanten Einblicke in die wertvolle Arbeit des Instituts. Mitarbeiter und Autor Matthias Kneip beeindruckte zudem durch seine wunderbaren Texte in deutscher und polnischer Sprache aus dem Buch: "111 Gründe, Polen zu lieben". Der Besuch des Internationalen Familienzentrums e.V. in Frankfurt oder in der Kommunalen Unterkunft in Würzburg ermöglichten Einblicke in das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft. Demokratie braucht eine starke Basis und zeigt sich in vielen Engagementfeldern. So in der Arbeit des Aktivbüros der Stadt und über 250 Selbsthilfegruppen oder im Würzburger Bündnis für Zivilcourage. "Wir alle sind Botschafter und Multiplikatoren und können weitergeben, dass das Zusammenleben von Menschen verschiedenster Kulturen und Religionen möglich ist. Wir haben so viele wunderbare Beispiele gesehen, wie Integration gelingen kann und wie Zivilgesellschaft gelebt wird. Es sollten viel mehr Menschen die Möglichkeit haben, über Ländergrenzen hinweg das alles diskutieren zu können.“ Und deshalb findet der nächste deutsch-polnische Dialog in 2018 wieder in Polen statt.

Wir danken dem Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit  für die wertvolle Zusammenarbeit und Grazyna Wiercimok und ihren Unterstützerinnen für kreative und geduldige Sprachanimation sowie das hervorragende Dolmetschen.

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